Wenn wir schon bei der politischen Kommunikation sind:
Via Ezra Klein; YouTube.
Oh Sommerloch, du Spiegel der Gesellschaft! Was bringst du noch? Pixibuch-Skandal in Hamburg. Der Spiegel hat sich die Mühe gemacht, ein Video zu fabrizieren und unter Abwägung aller Argumente im Bewusstsein seiner journalistischen Verantwortung Position zu beziehen:
Via Zwischenruf, der die argumentative Kraft des Videos anscheinend ein wenig überschätzt. Die YouTube Kommentare sind übrigens – Überraschung! – völlig jenseitig, daher kein Direktlink.
Gleich vorweg: Das ist ein unterstützenswertes Anliegen. Es ist wirklich nicht einsehbar, warum in Schulbüchern, zumal solchen, die sich mit Demokratie und Gesellschaft beschäftigen, letztere nicht in all ihren Facetten – und zwar gleichberechtigt – gezeigt wird. Da liegt es nahe, sich einmal mit den Herstellern der Bücher auseinander-, besser: zusammenzusetzen.
Ja, ich weiß: nicht mehr aktuell – und im Grunde eine enorm nebensächliche Lappalie. Allerdings bin ich der Meinung, dass das das Nachdenken nicht hindern sollte.
Die Justizministerin wollte also die Busspur in der Neustiftgasse benutzen, angeblich nur in dringenden Fällen. Österreich und Restösterreich entsetzt: Wie bonzig ist das denn? Häme und Spott allerortens. Wenn sich Florian Klenk und Christian Ortner einmal auf der selben Seite eines Arguments wiederfinden, liegt ja wirklich der Verdacht nahe, dass irgendetwas fundamental schiefgelaufen ist. Warum das Ansinnen Bandion-Ortners schon von vornherein unbedingt abzulehnen wäre, wurde allerdings nicht schlüssig erklärt. Wägen wir also ein wenig Für und Wider.
Nachdem die Domain schon mehr als sieben Jahre in meinem Besitz vor sich hin dümpelt, habe ich beschlossen, sie wieder einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Habemus Blog!
Was ist zu erwarten? Sporadische Notizen zu Politik, Recht, Gesellschaft etc schweben mir vor. Bin gespannt, ob ich überhaupt noch in der Lage bin, zusammenhängende Texte zu schreiben, denen man den Juristen nicht sofort anmerkt. Außerdem trägt es sehr zur geistigen Hygiene bei, hin und wieder die eigenen Standpunkte auszuformulieren; zu oft enden Diskussionen offline im Nichts oder verzetteln sich in trivialen Details. Jaja, ganz im Gegenteil zu Onlinediskussionen, ich weiß… Trotzdem, Denken und Sprache bilden eine untrennbare Einheit – wer sich nicht ausdrücken kann, dem fällt auch das Denken schwer. Da hilft es, sich hin und wieder hinzusetzen und Klarheit zu schaffen.
Es wird hier also unabhängig gedacht und – hoffentlich – diskutiert werden; ich fühle mich grundsätzlich nichts und niemandem verpflichtet. Positionen, die ich einnehme, werde ich nach und nach hier entwickeln und zur Diskussion stellen: Wider die Denkfaulheit, sei es die eigene oder die der Anderen. Nun ja, große Worte für ein Blog ohne Inhalt… Daher: Feedreader anwerfen, abonnieren und der Dinge harren, die da kommen mögen. Der eine oder andere Entwurf nimmt hier im WordPress-Backend schon Gestalt an, es kann sich also höchstens nur noch um Tage bis Wochen handeln.
Ich merk es schon: Wenn ich den Beitrag noch einmal hinausschiebe, zwecks eine-Nacht-drüber-schlafen und so, wird das nie was mit der Bloggerei. Daher wird das jetzt ganz spontan publiziert. Urarg!
Ihr seid Japan
Was uns die alten Säcke wirklich sagen wollen. A tale of two islands.
Zunehmende ökonomische Unsicherheit gerade auch unter den Jungen, hohe Politikverdrossenheit, Protestwahlen ohne Glauben an Veränderung – was der Economist diese Woche (Ausgabe vom 5. September 2009, Seite 27 ff: Lost in transition,
leider nicht online) in seiner Analyse der dortigen Wahlen über die japanische Gesellschaft schreibt, liest sich über weite Strecken wie ein Lagebericht mitten aus Österreich. Tatsächlich haben die beiden Länder viel gemeinsam: So etwa einen verlorenen Weltkrieg mit anschließender Demokratisierung von außen plus Wirtschaftswunder, ein rigides de-facto-zwei-Parteien-System mit jahrzehntelang unveränderten Machtstrukturen, als Resultat ein unentwirrbares Geflecht aus Partei, Wirtschaft und Bürokratie – und das alles mit einer ordentlichen Dosis Inselmentalität. Auch die Rechtskultur ist recht eng verwandt mit der hiesigen, das Zivilrecht wurde etwa nach deutschem (und damit so gut wie österreichischem) Vorbild eingeführt. Zudem hat Japan seine Krise eigentlich schon hinter sich – in den späten 80ern krachten Banken und Versicherer und konnten nur äußerst mühsam wiederbelebt werden. Der Blick nach Japan könnte also auch der Blick in unsere Zukunft sein.Mehr lesen »